Avatar – Aufbruch nach Pandora

Augenschmaus mit klassischer Story in einem gar nicht so futuristischen Gewand

Avatar ist ein James Cameron Film aus dem Jahr 2009.

Jake Sully wird von Sam Worthington
Neytiri von Zoe Saldana

und die Wissenschaftliche Leiterin
Dr Grace Augustin von Sigourney Weaver
gespielt.
Den Millitärkommandanten
Col. Miles Quaritch spielt Stephen Lang

James Cameron entwickelte für den Film eigens ein spezielles Stereoskopisches Kameraverfahren, so das der Film Avatar – Aufbruch nach Pandora, was die 3D Performance betrifft zum damaligen Zeitpunkt unerreicht war und Maßstäbe setzte, bzw gänzlich neu definierte, dies schlug sich zwar auch in den Produktionskosten von nicht wie zuerst geplant 100, sondern fast 300 Millionen US Dollar nieder, allerdings rechtfertigte der kommerzielle Erfolg diese Investition.
Darüber hinaus sind 60% des Films CGI, was aber aufgrund der gelungenen 3D Verschmelzung kaum zu erahnen ist, da die Grenzen was aus dem Computer stammt und was gedreht sind einem beim sehen des Films zu keiner Zeit bewusst ins Auge springen, sondern die beiden Produktionswelten nahtlos ineinander greifen und eine glaubwürdig andere Welt entstehen lassen.

Bei der Handlung greift Cameron aber auf sehr viele erzählerische Paralellen zu klassischen Geschichten von „Pocahontas“ bis „Der mit dem Wolf tanzt“ zurück, so das die Handlung hier eigentlich nicht wirklich viel neues bringt, auch „John Carter – zwischen 2 Welten“ ist hier zu nennen.
Dennoch gelingt es ihm, die technisch futuristische Welt der Menschen und die ökologisch mystische Welt der Nav’i auf völlig unterschiedliche Art darzustellen und durch mehrfache Wechsel im Handlungsort den Widerspruch zwischen beiden Welten dauerhaft aufrecht zu erhalten.
Insbesondere da er was die technische Welt der Menschen betrifft auf modernste vorstellbare Technologie zurückgreift und nicht grundsätzlich fiktive Technologie verwendet, identifiziert sich der Zuschauer am Anfang des Filmes erst mit dieser Ebene der Handlung und wird zusammen mit dem Charakter Jake Sully in die faszinierende Welt der Nav’i eingeführt.

Zum Setting ist zu sagen, das Pandora der fiktive Mond eines Gasriesen im Alpha Centaury System ist, also gar nicht sooo weit von der Erde entfernt. Dieser Mond ähnelt sehr der Erde, nur das die Atmosphäre für Menschen nicht atembar ist, ausserdem gibt es dort ein Erz, das auf der Erde nicht existiert.
Dieses Erz hat die interessante Eigenschaft, in seinem Umfeld die gewohnten Regeln der Schwerkraft zu neutralisieren, womit es auf Pandora fliegende Berge gibt.
in der Nähe besonders reicher Vorkommen kommt es zu elektromagnetischen Effekten, die vorallem Sensorsysteme, nicht aber die Technik insgesamt lahmlegen.
Diese Gegenden sind aber zugleich Siedlungsstätten, beziehungsweise heilige Stätten der Nav’i Ureinwohner, was bedeutet, das die Menschen dort das Erz nicht abbauen können ohne die Nav’i zuvor umzusiedeln, die davon aber verständlicherweise alles andere als begeistert sind.
Jake Sully ist ein ex Marine der im Rollstuhl sitzt, da er sich die Behandlung die ihm seine gehfähigkeit wiedergeben würde von seiner Veteranenrente nicht leisten kann.
Sein Zwillingsbruder war ein Wissenschaftler, der eigentlich für das Nav’i Kontaktprogramm vorgesehen war.
Zusammen mit Jakes Sichtweise, verschiebt sich über die Dauer seiner Mission, im Körper eines Avatars, eines geklonten Nav’i Körpers, der über spuren seiner DNS verfügt (eigentlich der seines Zwillingsbruders, was in dem Fall aber auf das selbe rauskommt) der Blickwinkel der Zuschauer über den Film immer mehr zu gunsten der Nav’i so das Jake letztendlich im empfinden des Zuschauers richtig handelt seine Auftraggeber zu verraten und den Nav’i gegen die menschlichen Invasoren zu helfen, was ihnen auch nach schwersten Verlusten in einer Schlacht für die Jake den grössten Mythos der Kultur der Nav’i beschwören muss letztendlich gelingt.
Jake wird mit Mitteln der zwar nicht technisch geprägten aber garnicht so primitiven Nav’i dauerhaft mit seinem Avatarkörper verbunden, wird ein Nav’i und bekommt seine Neytiri …. und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute.

Aber sein wir nicht unfair, der Film entwickelt Spannung und bietet sowohl eine glaubwürdige menschliche Hochkultur, als auch eine ebenso plausible ölologisch orientierte und deutlich andere Alienkultur.
Wobei die Vertreter der Menschheit die auf Pandora sind, profitorientierte Konzernvertreter und deren rücksichtslose Söldner sind, sowie ein paar Wissenschaftler, denen es letztendlich zu verdanken ist das der Held der Geschichte den edlen Eingeborenen zum Happy End verhelfen kann.
Wo die Geschichte ihre Schwächen und vorhersehbarkeiten hat, ist die Tricktechnik, auch heute noch so ausgereift, das sie den Zuschauer ins Träumen bringt und ein Genuss ist, gerade wenn man den Film in HD oder gar in 3D ansieht, wobei ich dazu sagen muss, das er für grössere Bildschirme, besser noch Kinoleinwände entwickelt wurde, je grösser die Bilder sich ausbreiten dürfen, desdo besser wirken sie.

Dennoch verschenkt nach Meinung vieler Kritiker Cameron hier die Chance, die impliziten ethischen Botschaften glaubwürdig zu vermitteln, da der Konzernvertreter zu eindimensional nur auf Profit aus ist, der Col. zu viel Spaß daran hat seine Befehle auszuführen und wenn nicht friedlich dann eben mit Gewalt und der Held der Geschichte sich ohne jedes Zögern der neuen WElt der Nav’i anschliesst ohne sich auch nur einmal zu fragen was richtig ist.
Diese moralisch ethischen Fragen werden schlicht nicht gestellt sondern einfach die Klassische Erzählstruktur abgespult, weshalb die Charaktere etwas flach bleiben, einzig Neytiri wird einmal zwischen ihrer Liebe zu ihrem Jake und der Empörung dafür mit welchem Auftrag Jake eigentlich zu ihnen kam hin und her gerissen, entscheidet sich aber natürlich sofort für Jake.
Hätte man dieses Element aber ausweiten wollen, hätte man den Film vermutlich in einen 2teiler aufteilen müssen, was wohl nicht bezahlbar gewesen wäre….aber im Film sind die rein kommerziellen Überlegungen auch die, die als die falschen dargestellt werden, hmmmmmm?????

Alles in allem spannende Abendunterhaltung mit tollen plausiblen Bildern, aber der Film hätte die Chance gehabt mehr als das zu sein, weshalb es zwar auf den Gebieten der Tricktechnik ein Meisterwerk Camerons ist, bei der Handlung seinen anderen Filmen wie zum Beispiel Titanik aber nicht gerecht wird.

Wie bei Wikipedia zu lesen ist, gibt es wohl die Absicht, 2018 eine Fortsetzung zu bringen, ich würde James Cameron wünschen das er in dieser Fortsetzung mehr wert auf die Entwicklung der Charaktere legt, damit sie der bombastischen und genialen Umsetzung der Welt von Pandora gerecht werden, dann würde eine solche Fortsetzung vielleicht ein Meisterwerk, so bleibt Pandora ein guter Film, eine Empfehlung wert im Bereich der Unterhaltung aber kein unumstrittenes Meisterwerk.

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3 Gedanken zu “Avatar – Aufbruch nach Pandora

  1. Grafisch finde ich ihn atemberaubend und ihn als das Meisterwerk zu bezeichnen, nein, auch ich finde ihn nicht so überragend. Es war einmal etwas Neues und ich werde mir sicher auch Teil 2, sollte er denn endlich mal kommen, ansehen.
    Liebe Grüße
    Tanja

    Gefällt 1 Person

  2. Ja, den Film kenne ich und fand ihn super, auch wenn die Geschichte ein wenig abgedroschen war. Bis heute halten sich ja Gerüchte über einen zweiten Teil, aber nix genaues weiß ich nicht… Andere sagen, die Fortsetzung sei abgesagt, und dann hört man sogar was von ner Trilogie…

    Gefällt 1 Person

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