Die Shannara Chroniken

Die Verfilmung der Shannara Chroniken von Terry Brooks ist seit einiger Zeit auf DVD und BlueRay verfügbar.
Ich hatte die Möglichkeit, mir mit Freunden die BlueRay der ersten Staffel anzusehen.

Der Autor der Bücher, Terry Brooks, war bei den Dreharbeiten beteiligt und soll sich geäußert haben, das er mit dem Ergebnis zufrieden wäre.
Alles in allem muss ich auch sagen, ist eine ordentliche Verfilmung gelungen.
Zwar erreicht die Serie nicht das Niveau  von Game of Thrones, aber gerade für diejenigen, denen Game of Thrones mit seinen paralellen Handlungssträngen und Intrigen zu komplex ist, bietet Shannara kurzweilige Unterhaltung.
Während Game of Thrones jederzeit mindestens 4 Handlungsstränge beinhaltet, ist es bei Shannara eine Handlung und lediglich zeitweise ein zweiter Handlungsort an dem paralell etwas geschieht, was aber direkt auf den einen Handlungsstrang Auswirkungen hat.
Damit verfügt Shannara über eine wesentlich einfacher aufgebaute Erzählstruktur.
Auch wer Gewalt und große Schlachten sucht wird enttäuscht, die Helden versuchen während der gesamten Handlung eher, direkten Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen.

Die Welt von Shannara ist eine postapokalyptische Welt voller verfallener Artefakte unserer Welt, die mit einer Ausnahme am Ende der Handlung aber eher bedeutungslose Statisten sind.
Die Rassen, Zwerge, Trolle Gnome und Elfen sind Völker die sich wohl durch Mutationen aus der menschlichen Blutlinie entwickelt haben, nachdem die menschliche Zivilisation wohl durch einen Atomkrieg unterging.
Erörtert wird dies nicht, allerdings beginnt der Vorspann mit einer Weltkarte, zeigt dann Städte die in einem Feuersturm zerstört werden und dann eine Blutspur die auf weissem Grund von oben nach unten läuft und sich zu den Völkern aufsplittet.
Die Artefakte der alten Welt sehen aus als wären sie maximal 100 Jahre alt, nach den Büchern liegt das ende des Zeitalters der Menschen aber eher 2-3k Jahre zurück, was selbst bei durch nuklearen Fallout beschleunigter Evolution für die entstehung der Völker und ihrer Kulturen wohl immernoch wenig wäre.
Hier hat man wohl den Charakter der postapokalyptischen Welt betonen wollen und sich die künstlerische Freiheit genommen. Nungut, kann man akzeptieren.
Das aber der Anführer einer Siedlung von Menschen wo die Helden vorbeikommen über Revolver, elektrischen Strom, eine Stereoanlage und Musik unserer Zeit verfügt um eine Party zu schmeißen und dann auchnoch einen Super8 Projektor hervorholt und Star Trek 1 vorführt, war ein Fehler. Hierdurch wurde die Atmosphäre der Serie völlig zerstört und die Tatsache das das Heldenteam festsitzt weil das menschliche Mitglied der Gruppe den Verlockungen dieser Siedlung zeitweilig erlegen ist, hätte eher nach Smallville gepasst.
Lustig ist, das ich am nächsten Tag über die Serie bei Wikipedia nachgelesen habe und herausfand, das der Produzent eben auch Smallville gedreht hat.
Abgesehen von dieser einen Episode war die Stimmung aber schlüssig.
Etwas genervt hat nur der Hang dazu die Episoden mit Cliffhangern zu beenden, ein Stilmittel um den Zuschauer zu zwingen die nächste Episode zu sehen das eine gute Serie meiner Meinung nach schlicht nicht nötig hat.

Zur Handlung:

Im letzten grossen Krieg gelang es den Elfen die Dämonen durch Magie aus der Welt zu verbannen und den Elcris, einen magischen Baum zu erschaffen.
Jedes seiner Blätter steht für einen Dämon, fällt es wird er befreit, nur fallen die Blätter des Elcris niemals.

Jedes Jahr werden 7 junge Leute vom König der Elfen ernannt, sich um den Baum zu kümmern, Ausgewählt werden sie durch einen recht gefährlichen sportlichen Wettkampf.
Am Anfang der Serie nimmt als erste Frau Prinzessin Amberly, Enkelin des Königs am Lauf teil und gewinnt, da der Elcris telepathisch mit ihr kommuniziert und ihr hilft.
Allerdings deutet sie die meisten Visionen falsch und glaubt schuld am kommenden Untergang der Elfen zu sein, daher bricht sie das Gesetz und flieht.
Elcris ist allerdings erkrankt und verliert Blätter, einer der so befreiten Dämonen ist ein Formwandler, der ihre Gestalt nutzte um die Wächter zu eliminieren.
Dadurch ist sie die letzte Wächterin und die einzige die Elcris retten kann.
Im weiteren lernt sie den letzten Druiden Allanon kennen, der mit seiner direkten Art recht mysteriös und anstrengend daherkommt, ebenso den jungen Will Olson, der im Besitz der Elfensteine ist und langsam seine Fähigkeiten entdeckt, sowie eine recht zickige diebische Menschenfrau.
Mit wechselnden und mit der zeit weniger werdenden Begleitern macht sich diese Gruppe auf den Weg einen Samen des Elcris zu einem mystischen Ort zu bringen und von dort zurück um so den Baum zu retten und die Dämonen wieder zu verbannen.
Während der Reise müssen sich die Charaktere entwickeln und allerlei Gefahren meistern.
Dies ist spannend und glaubwürdig umgesetzt, über kleinere Logikfehler wie plötzlich wieder angelegte Kleidung die eigentlich zu gunsten anderer zurückgeblieben ist, oder unerklärlich plötzlich vorhandene Pferde, kann man hinwegsehen, zumal diese Details keinen direkten Einfluss auf die Handlung haben.
Nerfig waren aber die Filmvorführung und bei der in 5 minuten zusammengefassten Rückreise ein völlig zur Fantasy unpassendes Lied, das zwar zu einer schnellen Rückreise passte, jedoch wieder besser zu Smallville als zu Shannara gepasst hätte.
Details wie sie ihre Mission genau erfüllten oder zum Ausgang der letzten Episode werde ich an dieser Stelle absichtlich nicht nennen um unnötige Spoiler zu unterlassen.

Handwerklich sind einige Fehler unterlaufen, die das Fantasyfeeling zerstörten, die Schauspieler haben ordentliche, aber nicht grandiose Leistungen gezeigt, die Tricktechnik war gut umgesetzt und optisch war die Welt von Shannara gelungen, jedoch waren für meinen Geschmack zu viele Artefakte unserer Welt präsent.
Zumal sie nicht handlungsrelevant waren, hätte es die Hälfte auch getan, dafür hätte man mehr Bauwerke neueren Datums hinzufügen sollen, das hätte der Welt mehr Feeling gegeben, vermutlich aber auch mehr gekostet.
Ebenfalls wäre es sinnvoll gewesen mehr auf Shannara abgestimmte Soundtracks zu verwenden und bitte keinerlei musik die uns an anderer stelle in der TV Werbung ebenfalls begegnen könnte.

Da die Serie aber wohl mit über 900k Zuschauern in US einen ordentlichen Publikumserfolg erzielte,  ist man denke ich gut Beraten, sie fortzusetzen und in Staffel 2 diese Punkte zu verbessern.

Interessantes Detail: mit dem Dämonenfürst, dem Elfenkönig und dem Druiden Allanon, wurden gleich 3 Hauptrollen durch Darsteller besetzt die unter anderem aus Herr der Ringe bzw den Hobit bekannt sind.
Hierbei spielte John Rhys-Davies der Darsteller des Zwergs Gimli den Elfenkönig, der Jed Brophy, im Hobbit der Zwerg Nori den Dämonenanführer und Allanon wurde vom aus dem Hobbit als Orkanführer Azog bekannten Darsteller Manu Bennet gespielt, man könnte also sagen, alle 3 haben gewissermaßen, oder tatsächlich, die Seiten gewechselt.
Elf statt Zwerg, Dämon statt Zwerg, Druide statt Orkanführer. Wiedersehen werden wir in Staffel 2 wohl nur Allanon, da der Dämon besiegt wurde und Eventim, der König der Elfen, ermordet wurde.

Alles in allem gebe ich der Serie 7 von 10 Punkten, da sie Spaß gemacht hatte, einige Stilbrüche aber nerften und an einigen Stellen Chancen ungenutzt liegengelassen wurden.
Dennoch hoffe ich auf eine Fortsetzung und würde mir diese ebenfalls ansehen.

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4 Gedanken zu “Die Shannara Chroniken

  1. Ich fand die Serie interessant. Allein schon vom Setting her. Ok, die schauspielerischen Qualitäten sollten etwas gesteigert werden 😉

    Mit GoT wollte sich die Serie eh nicht messen 🙂

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  2. Ich bin gespannt auf die Serie, kenne bereits die ersten zwei Folgen und die waren recht ordentlich. Deine Review macht auf jeden Fall Lust die Serie zu schauen. Im Laufe nächster Woche sollte ich sie durch haben.
    lg

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