„Alte Künste“ die in Vergessenheit geraten.

Wir leben in einer Zeit der Handys, der Smartphones, ich selbst bin als gelernter Informatiker natürlich jemand, der ganz natürlich auch mit den neusten Technologien umgeht, allerdings bin ich jemand, der gerne über den Tellerrand sieht, zum Beispiel backe ich fast lieber selbst Brot, als es zu kaufen.
Auf das Thema bin ich gekommen, durch einen Artikel in der Onlneausgabe der lokalen Zeitung, durch den ich unter anderem an eine liebe Freundin denken musste, deren Hobby, klassische Briefe zu schreiben, als ich sie noch kaum kannte und das erste mal davon hörte, doch ehrlich gesagt etwas „seltsam“ anmutete.
Im Artikel der HNA wurde bemängelt, das nicht nur viele Grundschüler garnichtmehr richtig lernen Handschrift zu schreiben, sondern das sogar viele Lehrer selbst schon Probleme mit der richtigen Haltung eines Stiftes haben und die Frage gestellt, wie solche Lehrer dies den Kindern noch vermitteln sollen.
Gerät die Kunst des Schreibens mit einem Stift auf Papier ins Vergessen, sind wir schon soweit, das man allen ernstes beim Handschriftlichen Schreiben schon von einer altmodischen Sache, einer alten Kunst, sprechen kann?

Ich habe mich selbst daraufhin etwas hinterfragt, zwar bin ich noch einer von den Menschen die ein gutes Buch sehr gerne liest, am liebsten als Buch, nicht als eBook, vielleicht auch gerade weil ich teils Stunden am Tag am PC arbeite, empfinde ich es als entspannend, den PC auszumachen, ein Buch in die Hand zu nehmen, die Seiten umzublättern.
Auch wenn ich Programme erstelle, verwende ich in der ersten Konzeptphase gerne Stift und Block um meine Ideen zu notieren, die Langsamkeit des Handschriftlcihen hilft meiner Meinung nach, langsamer, dafür gründlicher und mehr in die Tiefe zu überlegen, alle Nebenbedingungen und Wechselwirkungen zu bedenken, es hilft wenn man einfach ein Linie ziehen kann und eine Kommentar dranschreiben kann, arbeite dich dagegen an Dateien, zwingen diese einen in eine ganz andere Denkstruktur, viel liniearer, viel glatter, was gerade bei komplexen Problemen die eben keine „glatte Sache“ sind, eher ein Hinderniß sind.

Auf der anderen Seite, ist es aber auch eine Tatsache, das die meisten meiner Freunde weniger Bücher in ihrem Leben gelesen haben als ich besitze und gelesen habe ich viel mehr, mein Vater hatte lange Jahre in seinem Haus ein Büro in dem er seine Arbeiten erledigte, 3 der Wände waren bedeckt mit Schränken voller Bücher, insgesamt mehrere hundert Stück und gelesen hat er sie alle und konnte zu jedem einzelnen etwas sagen wenn man es in die Hand nahm, als Kind staubnte ich immer, als Jugendlicher ging ich oft zu ihm, wenn ich zu einem Thema mehr wissen wollte, er erzählte mir lange Geschichten, aus seiner Lebenserfahrung, aber auch seiner breiten Allgemeinbildung, weitaus mehr als ich je in der Schule im Geschichtsunterricht gelernt habe und oft ging er dann zu einem der Schränke und nahm ein Buch raus, mit der bitte, das ich es lesen möge, oft waren das was in dem Buch behandelt wurde völlig andere Aspekte als ich dachte, aber dennoch waren sie relevant, nur auf völlig andere Arten als ich es bedacht hatte.
Mit einer Google Suche hätte ich sie nie erfahren, da ich schlicht nicht die richtigen Fragen gestellt hätte, das offensichtliche findet man heute mit Google so schnell, das man schnell glauben kann, es sich alles zu merken, sei unnötig, schnell Google gefragt, bei Wikipedia nachgelesen und jeder kann heute scheinbar als Experte auftreten, etwas schlaues sagen, aber die tiefe geht verloren.
Auch wenn ich bei meiner Arbeit, bei der Softwareentwicklung gerne handschriftliche Notizen nutze, eins ist mir aufgefallen, im Gegensatz zu meiner Jugend, strengt es mich an, längere Zeit von Hand zu schreiben, meine Hände sind es eher gewohnt, zu tippen, als zu schreiben, wie muss das erst für Kinder sein, die im Gegensatz zu mir nie wirklich nur schreibend begonnen haben, sondern gleich mit PC und Smartphone aufgewachsen sind?
Wer kennt heute noch das gefühl, in Vaters Bibliothek zu stehen und zu staunen worüber es alles Bücher gibt? Wer besitzt heutzutage überhaupt noch mehr Bücher als er Lebensjahre zählt?

Wenige befürchte ich, aber was bedeutet das, welche Auswirkungen hat das auf die Gesellschaft, wenn die alten Künste, das manuelle schreiben, das langsame lesen gedruckter Texte, ohne Hyperlinks mit Referenzen zu Nebenthemen, ohne schnellen Wechsel in einen anderen Tab, ohne paralell mitlaufende Messenger wo man schnell fragen stellen kann, verloren geht?
Ich frage mich, ob wir, die wir noch in der nicht digitalen Zeit aufgewachsen sind, wir Kinder der 80er und 90er nicht die letzten sind, die noch Analog gelebt haben und ob wir nicht damit etwas bekommen haben, das uns Erfahrungen, eine Art zu denken, eine Lebensweise geprägt hat, die ihren Wert hat, die zu bewahren ist, die wir den uns Nachfolgenden, trotz der Vorteile die die digitale Welt uns allen bietet, dennoch vermitteln müssen?
Müssen nicht as analoge und das digitale als 2 Seiten der selben Medallie betrachtet werden? So daß das eine nicht ohne das andere existieren kann?

Wir hatten keine Handys, keine MP3 Player, Kassetten haben wir noch mit dem Bleistift zurückgespult, erinnern uns noch das es im TV 3 Sender gab, haben noch bei den Eltern der Freunde angerufen und erfahren „ist in der Stadt“ und uns trotzdem gefunden.

Wir sind auf Bäume geklettert, haben im Wald Reisighütten gebaut, wir sind ins Schwimmbad gegangen, haben rumgehangen statt zu chillen, wir haben uns zugehört, uns gegenseitig geholfen, sind statt ins Internet in die öffentliche Bibliothek gegangen.
Statt zu googlen haben wir miteinander geredet, der ersten Freundin haben wir Briefchen geschrieben und in der Klasse unter dem Tisch weitergereicht, statt ne WhatsApp zu schicken, aber verdammt noch eins, wir wussten wer unsere Freunde sind, was ein gegebenes Wort bedeutet und was man mit jemandem macht, der versprechen bricht.
Wir haben uns auch geprügelt, die Eltern hats weitestgehend nicht interessiert, aber wir wussten auch, das man keine Waffen nutzt und das wer am Boden liegt und liegen bleibt genug hat (Ärger gabs nur wenn nicht Schluss war wenn genug ist)

Aber Hey, wir hatten Spaß und haben uns gegenseitig nicht Geschadet, zumindest nicht allzusehr.

Und heute? ich weiß, mit dem Artikel klinge ich irgendwie ein bissel wie die „alten“ aber ich rechne mich durchaus auch zu den jungen, ich nutze ja all die modernen Technologien selbst, bin selbst Programmierer, recherchiere bei Google, aber ich weiß eben auch das alte zu schätzen, ein gutes Buch, ein selbstgebackenes Brot, ein handgeschriebener Brief oder eine Karte.

Wer näht denn heute noch selbst Dinge, backt sein Brot selbst, schreibt gerne von Hand Briefe obwohl es auch anders geht und besitzt mehr Bücher als er Lebensjahre zu verzeichnen hat? Wer kann all das bejahen?
Und was geht uns verloren, wenn diese alten Künste verloren gehen?
in unserer vernetzten digitalen Welt, die vom Internet mittlerweile fast völlig durchdrungen ist, kann man eine menge machen, die früher nicht ging, aber auch eine menge verlieren.
Einerseits habe ich ene gute Freudnin die in Australien lebt, was unserer Freundschaft kein bisschen schadet….andererseits eien andere, die sich in ihr Dorf verkrümelt hat und nurnoch über WhatsApp zu erreichen ist, sich total von der Gesellschaft, vom Leben zurückzieht.

Wo liegt das Gleichgewicht zwischen nutzen und Gefahr, was müssen wir erhalten und was ist dafür notwendig, damit nicht in 20 Jahren Stifte aus den Läden so verschwinden wie heutzutage Kasetten….im gut sortierten Fachhandel wenn man danach fragt, bekommt man sie noch, aber ich bin mir nichtmal sicher, wenn man Grundschüler fragt, wie viele davon noch wissen, wozu diese Teile gedacht sind.

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20 Gedanken zu “„Alte Künste“ die in Vergessenheit geraten.

    • Danke, freut mich wenn er dir eine verlinkung wert ist, so lesen ihn vielleicht ein paar Leute mehr, von aher sind Links immer sehr willkommen.

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  1. Ich musste eben ja etwas schmunzeln, wo du das mit dem Briefe schreiben erwähnt hast…

    Ja, die meisten Menschen wissen heute glaube ich nicht mehr, was es heißt, Briefe zu schreiben, sich ein Kleidungsstück selbst zu nähen oder zu stricken/häkeln. Die meisten kennen nur noch Laptop/PC/Smartphone, etc…

    Man wird oft belächelt, wenn man sagt: „Ich schreibe seit 13 Jahren Briefe“ oder: “ Ich sträkel jetzt seit 19 Jahren“ (wow, das erstaunt mich gerade selbst XD). Das Problem ist einfach das, dass die Kids der 2000er Jahre nur noch ganz selten Handarbeit oder Werken in der Schule als Schulfach haben. Den meisten sind Informatik und EDV wichtiger. Traurige Welt in der wir leben, denke ich mir dann oft.

    Ich mag es auch lieber, ein Buch zu lesen, zu fühlen und zu riechen. Ja, man kann Bücher riechen! 😀 ich bevorzuge nämlich nicht unbedingt die neumodische Literatur, sondern greife auch mal zu Büchern, die auch meine Mutter oder meine Großmutter schon gelesen haben und dadurch kennen. Es gibt nichts schöneres als in einer kleinen altmodischen Buchhandlung auf Entdeckung zu gehen! Das ist als wenn man eine Zeitreise macht, aus der man erst raus gerissen wird, wenn man den Laden wieder verlässt und der „gemeine“ Alltag einen wieder im Griff hat. Solche Läden gibt es leider nur noch ganz, ganz selten, da die kleinen Buchhandlungen von den großen Riesen geschluckt werden.

    Ich habe jetzt vor ein paar Tagen erst mit einer Freundin darüber gesprochen, wie sich das alles geändert hat.
    Aber ich habe selbst gerade so viele Ideen im Kopf, dass ich womöglich noch nen eigenen Artikel darüber schreibe und wir uns gegenseitig verlinken, sonst wird es too much! 😀

    Liebe Grüße
    deine Jenny ❤

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    • nichts dagegen, gerne, ich meine das ist doch mit das schöne am bloggen, das man andere damit inspiriert, oder von anderen inspiriert wird.
      Also für mich zumindest ist das einer der Punkte die mich reizen.

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      • achso, am Handy meinste…..da ist bissel kompliziert ja….tipp mal lange auf nen wort, die markierung kannst dann weiter ausdehnen über den gesamten text, oben rechts ist nen menü versteckt.
        Oder neu schreiben, würde auch gehen.

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  2. Darf ich mal wieder den „Devil’s Advocate“ spielen? (Ja, ich weiß, von mir erwartest du eh nix anderes).

    Natürlich hast du Recht mit dem was du schreibst – und das kommt von jemandem der nicht nur viel per Hand sondern auch noch ganz altmodisch mit Füllfeder (oder wie man hochgestochen sagt: Schreibgerät) schreibt.

    Aber. Die Zeit in der wir aufgewachsen sind war auch eine Zeit in der ich nicht vom anderen Ende der Welt jedes Wochenede mit meiner Mutter beim Frühstück / Abendessen Videoskypen könnte. Es war eine Zeit in der Übergriffe an Kindern in der Schule, zuhause oder von Respektpersonen noch als Kavaliersdelikt galten. Frauen hatten damals den doppelten Kampf wenn sie sich nicht in die Hausfrauenschublade stecken lassen wollten. Um nur ein paar Beispiele aus meinem oder dem Umfeld meines eigenen Lebens zu nehmen.

    Ich garantiere dir die 2000er, 2010er, 2020er … Jahrgänge werden ihre Jugend später einmal genauso „die gute alte Zeit“ nennen. Klar ist es wert im Auge zu behalten was wir vielleicht aufgegeben oder verloren haben und was das eigentlich heißt aber ich glaube man muss doch sehr aufpassen darüber nicht in eine recht einseitige Darstellung der Vergangenheit zu rutschen.

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    • „mögen die Spiele beginnen“ auch du hast sicherlich recht, vermutlich haben wir beide recht….eien perfekte Basis für eine gute Diskussion 😀
      Wer macht mit?

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  3. Erstmal danke an Aracuron für den Stein, den er hier ins Rollen gebracht hat. Warum habe ich gerade den Eindruck, dass diese Diskussion fast so alt ist wie die Menschheit?
    Natürlich ist es richtig, dass manche alte Technik ihre Vorzüge haben. Gerade was das Schreiben angeht, kann es ja kein Zufall sein, dass manche Schriftsteller ihre Werke mit der Hand oder auf einer (Womöglich sogar mechanischen) Schreibmaschine produzieren. Es ist richtig, dass es manchmal ein Vorteil ist nicht schneller zu schreiben als man denkt. Mit etwas Disziplin ist das aber auch am PC möglich (Den Beweis versuche ich gerade anzutreten:)
    Über die Vorteile der modernen Techniken dachte ich hier nicht reden zu müssen. Sind aber gerade diese Vorteile nicht manchmal eher Nachteile? Die schnelle Verfügbarkeit von Informationen (gerne auch über einen Link) klingt ja sehr schön. Gestattet mir aber bitte einen Einwand: Wo ist de Link für das was “zwischen den Zeilen” steht. Manchmal ist aber auch das, was NICHT formuliert wurde viel interessanter als das was formuliert wurde. Für das nicht gesagte gibt es sicher keinen Link!
    Hier liegt meiner Ansicht nach die eigentliche Gefahr. Ich erinnere mich gerade an eine Studienfreundin. Sie jammerte sich in der Clique aus über das Bafög-Amt. In Nebensätzen ließ sie durchblicken, dass sie als gelernte Krankenschwester den Vorteil hat einen gut bezahlten Nebenjob zu haben den sie auch braucht um Geld zum Leben zu haben. Ihre Elten haben an ihrer Scheidung gearbeitet und weil Vater und Mutter die Verantwortung für Einkommensauskünfte ans Bafög-Amt hin und her geschoben haben hat sie von niemandem Geld bekommen.
    Hätte sie das heute über Facebook gepostet dann hätte sie sicher mindestens zwei große Diskussionen los getreten. Eine über die blöden Ämter und die andere über Scheidungskinder. Beides sicher interessante Themen. Nur eines wäre dabei untergegangen: Eine junge Frau, die am Essen spart um die teure Fachliteratur für ihr Medizinstudium bezahlen zu können.
    Da bin ich dann doch lieber analog geworden und habe dafür gesorgt, dass ihre Freunde zusammen gelegt haben und wir ihr einen Büchergutschein in erheblicher Höhe geben konnten. Wir haben ihr ihre Würde gelassen für ihr Essen selbst sorgen zu können und haben ihr in ihrem realen Problem real geholfen.
    Es frage sich bitte jeder Leser einmal selbst wieviele der Facebook-Freunde das auch machen würden.
    Schon die alten Römer wussten, was es braucht um Ruhe im Volk zu haben: Brot und Spiele! Wir dürfen in einem Land leben in dem der Sozialhilfessatz höher ist als das durchschnittliche Einkommen in etlichen anderen Ländern. Zum Brot will ich deshalb hier nichts weiter sagen.
    Beim Thema Spiele haben die ganzen neuen Medien allerdings einen erheblichen Wert. Das Volk wird beschäftigt mit so wichtigen Dingen wie dem Zusand der Waden einiger Fussballprofis oder dem Schicksal von Michael Schumacher. Wer seine ganze Aufmerksamkeit solchen Themen widmet hat keine Kapazitäten mehr um sich mit den eigenen Interessen zu befassen und reale Freundschaften zu pflegen. Könnte das (neben anderen) ein Grund sein warum alle Vereine und auch Kirchen, Parteien und Gewerkschaften immer mehr Probleme haben aktive Mitglieder zu bekommen und zu halten? Die so mit Information 2.0 “versorgten” Menschen könnten es dann auch sein, die von den “guten” alten Zeiten reden. Der Einspruch von migdalit ist natürlich richtig. Nur, warum merken das die ach so informierten Mitmenschen nicht? Antwort: Weil sich sich ihr Hirn selbst mit Ablenkungsmüll zuspammen (lassen)!

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    • Uff, danke für deinen Kommentar, der hat ja selbst schon fast Beitragsqualität. Gerne mehr davon, für eine inhaltliche Antwort brauche ich ganz ehrlich aber erstmal ein gutes Frühstück 😉

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  4. Hat dies auf zombiebutterfly rebloggt und kommentierte:
    Ein Blogger, dem ich selber folge, hat hier etwas geschrieben, worüber nachzudenken sich lohnt, finde ich 🙂 Wer von euch hat ein altes Hobby wie Stricken oder Nähen?

    Viel Vergnügen beim Lesen!

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  5. Lieber Aracuron,
    um dich mal ein bisschen zu erlösen: ich kann nicht alles mit Ja beantworten (ich schreibe keine Briefe obwohl ich das ein wunderschönes Hobby finde!) aber dafür nähe ich sehr gerne (bzw. stricke noch viel lieber), backe ab und zu Brot, weil ich das als sehr erdend empfinde und hinterher weiß, was drinnen ist und ich hab sicherlich dreimal soviele Bücher wie Lebensjahre (was mit 21 allerdings auch nicht ganz so schwer ist). Allein meine Sammlung von Volksmärchen aus verschiedenen Ländern macht zehn Bände aus, der Rest meiner Jugendbücher noch einmal doppelt soviel usw. usw. 😉
    Man sieht auch, wenn man sich selbst für das Thema interessiert, wie gerade Häkeln, Stricken und Nähen ein großes Revival erfahren, selbst wenn viele junge Leute durch die Schule ein bisschen „gezeichnet“ sind.

    Trotzdem ist viel Wahres, an dem, was du da schreibst, ich merke selber, wie mich erst wieder ins Schreiben von Hand hineinfinden muss, wenn ich den Stift mal ein halbes Jahr zur Seite gelegt habe. Beim ersten mal war ich noch ganz erstaunt, ich denke aber, wenn man 13 Jahre lang jeden Tag geschrieben hat, fällt einem der Unterschied, den ein Jahr Schreibabstinenz macht, noch viel mehr auf.
    Mich schaudert auch jedes mal, wenn ich Grundschulkinder mit Smartphones sehe und dann denke ich mir: „Sollte ich selbst mal Kinder haben mache ich das anders!“ Man muss aber auch dazu sagen, dass grade die Kinder, bei denen es anders gemacht wird, oft darunter leiden. Ich erlebe das immer wieder aus zweiter Hand bei der Schwester meiner Arbeitskollegin mit, die in die achte Klasse geht und deren Mutter sich eben die teuren Markenklamotten und die neuesten Handys zweimal überlegen muss, weil das Geld dafür einfach nicht da ist. Dafür wird das Kind dann gehänselt und ausgeschlossen, das ist auch für die Mutter nicht leicht zu ertragen.
    Weshalb allerdings die anderen Eltern ihren Kindern, teilweise schon in der Grundschule die teuren Handys zustecken, dafür habe ich absolut kein Verständnis. Wenn ich daran denke, wie oft ich in der Schule etwas habe liegen lassen, etwas verloren habe oder mir etwas zerbrechliches runterfiel, ich hätte sicherlich alle drei Monate ein neues iPhone gebraucht, hätte ich denn eines gehabt.

    Kinder sind heute sehr auf materielles getrimmt, auch weil wir Erwachsenen es ihnen vormachen, ich denke also, wenn man als Eltern nicht möchte, dass das eigene Kind ein verzogenes Gör wird, tja dann muss man sich halt an der eigenen Nase packen. Lest euren Kindern vor, jeden Abend, das kann nicht schaden! Macht Marmelade mit ihnen, macht all das, was ihr in eurer Kindheit hattet oder gerne gehabt hättet, aber setzt sie nicht vor den Fernseher, nur damit ihr eure Ruhe vor ihnen habt

    Viele Grüße,
    Zombie

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    • P.S.: Ich hab mir die Freiheit genommen, die anderen Kommentare nicht ganz durchzulesen, sollte ich also etwas wiederholt haben, was schon zehn Leute vor mir geschrieben haben, dann müsst ihr damit leben ;).

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  6. Wenn Kinder heutzutage nicht mehr so oft draußen spielen und lieber vor dem Fernseher oder der Konsole sitzen, ein Handy oder Tablet besitzen, das viel zu groß in den Händen aussieht, sich nicht mehr für Malen und Kritzeln mit Buntstiften interessieren ist es kein Wunder, dass die motorische Fähigkeit verloren geht. Wie sollen die Kinder auch einen Teil der Motorik lernen, wenn sie keine Schuhe mit Schnürsenkeln zum binden bekommen weil die Eltern Schuhe mit Klettverschluss für viel praktischer halten. Wie sollen die Kinder lernen einen Stift richtig zu halten, wenn sie das Malen überhaupt nicht interessiert? Das ist aber alles verallgemeinert, nicht jedes Kind wächst so auf. Fakt ist aber, dass die Medien immer mehr Einfluss auf unser Leben haben und die Erziehung der Eltern einer sehr große Rolle dabei spielt, wie wir mit diesen Medien umgehen. Wenn ein Kind in einer Familie aufwächst in dem es von den Eltern oder halt einem Elternteil vorgelebt bekommt viel zu lesen, wenn die Eltern selber lesen und das Kind selbst Bücher zum lesen hat, wird es auch ein größeres Interesse und Spaß daran haben, als ein Kind deren Eltern kaum oder gar nicht lesen.
    Erschreckend finde ich es, wenn ich Kinder sehe, die ganz fixiert auf ihren Gameboy in Begleitung eines Erwachsenen in die Straßenbahn steigen und scheinbar nichts anderes in dem Moment wahrnehmen wollen…

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    • Ja eben Guutemine, das ist doch genau der Punkt, Medienkompetenz wird immer mehr und immer früher eingefordert, aber was ist mit der Kompetenz, zu entscheiden wieviel medien in welchem Alter angemessen ist?

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  7. Guutemine,
    da stimme ich Dir zu. Auch wenn es paradox klingen mag, im Allgemeinen sind Verallgemeinerungen nach Möglichkeit zu vermeiden.
    Und trotzdem: Mit Deinem ersten Beitrag von gestern Abend sprichst Du ein Problem an, das sich wie ein roter Faden durch unsere heutige Gesellschaft zieht.

    „Fakt ist aber, dass die Medien immer mehr Einfluss auf unser Leben haben und die Erziehung der Eltern einer sehr große Rolle dabei spielt, wie wir mit diesen Medien umgehen.“ hast Du geschrieben, und damit, denke ich, bringst Du die Sache auf den Punkt. In diesem Sinne denke ich, dass Medienkompetenz bereits spätestens in der Grundschule auf den Stundenplan gehört, zusätzlich dazu, dass die Eltern sowieso ihren Kindern von Anfang an Medienkompetenz beibringen müssen.
    Und hier meine ich Medienkompetenz in dem Sinne, dass Kinder zuerst lernen müssen, wann und wo es sinnvoll ist, diese modernen Massenmedien überhaupt zu nutzen, und wo es besser wäre, nicht mit Photoshop & Co., sondern mit Stift und Papier umzugehen, um z.B. ein Bild zu malen.
    Aber dann stellt sich die Frage, wie die Eltern ihren Kindern Medienkompetenz beibringen können, wenn es mit deren eigener Medienkompetenz kaum besser aussieht! Wenn sie z.B. auch verlernt haben, „zwischen den Zeilen“ zu lesen, was eine wichtige Fähigkeit ist, auf die MICHAEL sehr zu Recht hingewiesen hat.
    Bei der Informationsflut, mit der wir es heutzutage zu tun haben, muss ich aber auch sagen, dass mancher dabei wohl häufig „überflutet“ wird, ohne es zu merken.

    Deshalb ist jeder Einzelne gefordert, immer wieder zu überlegen, ob und in welchem Umfang er, wenn er Informationen zu einem bestimmten Sachverhalt bekommt, an näheren Informationen in diesem Zusammenhang interessiert ist.
    Kurzes Beispiel: Die Rote Karte im Spiel Deutschland gegen Portugal am letzten Samstag. Ich habe das Spiel gesehen und bin nach zwei Wiederholungen der entscheidenden Szene zu dem Schluss gekommen, da KANN man Rot geben. Ich bin nicht daran interessiert, was alle möglichen Zeitungen der Welt als Kommentare dazu schreiben, oder wie vor allem die Portugiesen darüber denken. Denn wenn ich mich damit befassen würde, dann hätte ich so viel zu tun, dass das WAHRE Leben glatt an mir vorbei ginge. Genau das will ich aber nicht.

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    • Hehe ja genau, wenn man nur Zuschauer istmit ner Laienmeinung, reichen die 2 wiederholungen in der Liveübertragung manchmal eben aus.
      Früher war die Kunst, an möglichst viele Informationen zu gelangen, heutzutage ist die Kunst immer mehr die, möglichst gut zu filtern was man eben NICHT braucht.

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  8. „Deshalb ist jeder Einzelne gefordert, immer wieder zu überlegen, ob und in welchem Umfang er, wenn er Informationen zu einem bestimmten Sachverhalt bekommt, an näheren Informationen in diesem Zusammenhang interessiert ist.“

    Und das tun wir eventuell gar nicht häufig genug. Vor allem in der Zeit der Smartphones, wo man einfach bis auf ein paar Ausnahmen natürlich, immer die Möglichkeit hat ins Internet zu gehen. Ich mache oft das mobile Internet ganz bewusst aus wenn ich es nicht brauche und bin auch selten mit dem Smartphone in sozialen Netzwerken weil ich das unterwegs nicht gebrauchen kann.

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    • Und genau dieses Bewusstsein für den Wert des Augenblicks, für die Notwendigkeit, erreichbar zu sein, oder eben ihr Fehlen udn für de Wert, einen Moment auch mal garantiert für sich zu haben, den Wert, des wissens, jetzt mal nicht errichbar zu sein, den zu schätzen udn bewusst zu nutzen, das ist eine Kunst, die zu erlernen mittlerweile notwendig ist.
      Früer gab es solche Momente im Überfluß, dafür war de rZugang zu wissen schwerer, heute ist der Zugang zu Wissen da, aber die Gelegenheit zum für sich sein weniger geworden. Das ist eine soziale Kompetenz, die sich nicht durch die Zahl von „Freunden“ in sozialen Netzwerken messen lässt.
      Hoffen wir, das die jüngeren Jahrgänge den Wert dieser Kompetenz noch kennen, oder vermittelt bekommen.

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