Wenn man 2 gesunde Beine hat.

Denkt man an so vieles nicht, einfach mal schnell zum Kiosk rüber, mal eben zu Freunden, einkaufen oder die Wohnung umräumen, man tut es einfach ohne groß darüber nachzudenken. Erst wenn ma selbst einmal für längere Zeit nicht über 2 gesunde Beine verfügt, zum Beispiel durch eine Entzündung im Hüftgelenk über Monate auf Unterarmgehstützen und Schmerzmittel angewiesen ist, verändert sich der Blick.

Im Supermarkt sind die untersten Regale mit den günstzigsten Artikeln fast unerreichbar wenn man sich nicht ohne Schmerzn bücken kann, oder jemanden dabei hat, der einem die Sachen anhebt und in den Wagen legt, die man haben möchte, Rolltreppen werden zu lebensgefährlichen Stolperfallen, Aufzüge notwendige Hilfsmittel und nicht nur Dinge die man aus Faulheit gerne mal benutzt.

Wie oft haben wir aus Bequemlichkeit oder Faulheit früher unseren Platz in der Strassenbahn älteren Mitbürgern nicht angeboten? Wie oft nicht realgiert wenn eine ältere Dame irgendwo Schwierigkeiten hatte entlang zu kommen?
Wer von uns kann behaupten, das er dafür wirklich immer ein Auge gehabt hätte? Wer von uns ist immer Aufmerksam und Anteilnehmend?

Ich denke jeder von uns hat schon einmal oder sogar öfters nicht hingesehen, weggesehen oder zumindest gewartet ob jemand anders reagiert.

Ist man selbst aber auf einmal betroffen, verändert sich die Wahrnehmung, man nimmt jede Stufe, jede Rolltreppe und jeden Fahrstuhl anders wahr, nimmt genau wahr, das Fliesenböden in einem Cafe wenn der Eingangsbereich nass ist zur Rutschbahn für Gehstützen werden, das kleine Eisbildungen auf dem Gehweg wenn man sie zum Beispiel unter Schnee nicht sieht ausreichen um zu stürzen wenn man eben nicht in der Lage ist, einen schnellen Schritt zur Seite zu machen um sich zu stabilisieren.
Das schiefe Gehwege die Benutzung der Gehstützen sehr komplizieren, ebenbso wie Schlaglöcher und schwer sichtbare Huckel durch unter den Asphalt gewachene Wurzeln.

Gleichzeitig ist mir aber Aufgefallen, das ich an diesr Stelle eine Lanze für die Junge Generation brechen muss, den Heute 20-40jährigen, man erzählte uns immer früher sei alles besser gewesen, wir sollen uns ein Beispiel nehmen an den älteren und hätten kein Benehmen mehr ….
Heutzutage sind es vorallem die 20-40 jährigen die in der Strassenbahn ihren Platz anbieten, je jünger desdo häufiger, während die älteren die uns ein Vorbild sein sollten einen eher beim Versuch auszusteigen noch von den Gehhilfen schleudern, sie müssen ja unbedingt zuerst einsteigen bevor irgendwer auch nur zum Aussteigen kommt.
Nein gerade die jungen Leute sind es, die den Platz anbieten, die Tür offen halten bis man ausgestiegen ist und verhindern das die Bahn abfährt bis man eingestiegen ist.
Die Hilfe die man im Alltag leider doch hier und da benötigt, kommt meistens, aber sie kommt häufig von unerwarteter Stelle.

Gerade junge Leute, ausländische Mitbürger und Menschen die der Kleidung nach gerade eher „einfache“ Menschen zu sein scheinen, sind besonders häufig diejenigen, die ein Auge für ihre Mitmenschen beweisen. Sie haben noch die Grundlegenden Werte der Gesellschaft, die Aufmerksamkeit für die Mitmenschen, das Einstehen für die Schwächeren ohne auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein, den Zusammenhalt aller und die grundsätzliche Höflichkeit dem fremden Mitmenschen gegenüber.

Mein Dank und mein Respekt gilt daher heute all jenen Mitmenschen, die Aufmerksam sind, die ein Auge für ihre Mitmenschen haben.
Ausserdem möchte ich mich an dieser Stelle entschuldigen, dass ich so lange nichts von mir habe hören lassen, aber zu meiner Entschuldigung muss ich die Frage stellen, mit welcher Hand man einen defekten PC zum Fachmann tragen kann, wenn man in jeder Hand eine Unterarmgehstütze hat.

Eine Lösung dafür habe ich bis heute leider nicht gefunden, allerdings dank guter Freunde bekam ich Austauschhardware, so das ich wieder einen funktionierenden PC habe.
Ich werde also in Zukunft wieder von Zeit zu Zeit Beiträge veröffentlichen und meinen Blog wieder beleben.
Ich hoffe ich habe euch nicht alle als Leser verloren.

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4 Gedanken zu “Wenn man 2 gesunde Beine hat.

  1. Huhu mein Lieber,

    Willkommen zurück im Blogger-Himmel! 😉

    Ich kann sehr gut verstehen was du damit meinst, dass die Generation von 20-40 Jährigen freundlicher sind, als ältere oder die nach 1990 geborenen Mitmenschen. Ich habe zum Glück noch nie Unterarmgehstützen gebraucht, aber während meiner letzten Schwangerschaft habe ich auch sehr oft mit der Tram oder dem Bus fahren müssen, wodurch Ich leider auch in den Genuss dieser Ignoranz von der Jugend von Heute gekommen bin. Ich hatte einmal eine Situation, wo ich am Königsplatz in die 1 eingestiegen bin und diese rappelvoll war. Also habe ich mir mit meinem dicken Bauch ( ich war damals im 8. Monat schwanger) etwas Platz geschaffen, als ich sah, dass neben einer Grundschülerin Platz gewesen war. Ich sie gefragt, ob sie mich rein lässt oder sie durch rutscht, dass ich mich setzen konnte. nachdem nach dem dritten erneuten Fragen immer noch keine Reaktion gewesen war, stieg plötzlich eine Alte Dame (mind. 70+) auf und meinte ich könne mich ruhig setzen. Als ich ihr entgegnete, dass sie den Platz doch nötiger hätte , gab sie nur zur Antwort, sie müsse aussteigen und ich solle mich doch setzen. Also folgte ich dem Angebot. Aber an dem Beispiel sieht man was ich meine, oder?

    Ich hoffe nur, meine Kinder werden später mal nicht so voreingenommen und stehen für jeden gehbehinderten (was man selbst wenn man Unterarmgehstützen geht, kurzzeitig ist), alten oder schwangeren Mitmeschen auf!

    Ich wünsche dir einen schönen Abend und weiterhin tolle Einfälle!

    Jenny

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    • DAnke für dein welcome back, mal sehen wie lange ich brauche um den alten Schwung wieder zu erlangen beim Bloggen, hab ja jetzt zeit … zu viel Zeit.
      Ja durch dene Schwangerschaft, kennst du das auch das man plötzlöich selbst eingeschränkt ist, nur dein Grund war ein viel schönerer als meiner und das ergebniß einfach süß 😉

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  2. So denn, hab ich mir den Text doch auch mal durchgelesen
    Aufgrund mehrerer Hüftoperationen in der Vergangenheit aufgrund einer angeborenen Hüftfehlstellung (Hüftdysplasie) und dadurch bedingter körperlicher Einschränkung, hab ich viele deiner beschriebenen Situation auch erleben müssen und kann mich da gut drin wiederfinden. Beim Lesen des Textes, kamen Erinnerungen in mir hoch, wie es mir damals ergangen ist und wie beschwerlich der Alltag doch werden kann, wenn man nicht in der Lage ist, ohne UAG’s gehen zu können.
    Ich hatte damals eine Situation, da war ich mit meinem damaligen Expartner im Bus unterwegs und wir haben uns in einen dieser 4er-Plätze gesetzt, da ich dort dass operierte Bein gut ausstrecken konnte (durfte damals nicht normal das Bein anbeugen) und einige Haltestellen später, stiegen zwei ältere Damen ein und setzten sich zu uns. Eine von den beiden Damen, bat mich dann in einem ziemlich schroffen Tonfall darum, dass ich doch bitte mein Bein nicht so lang ausstrecken soll, sie könne sich sonst nicht vernünftig hinsetzen. Hab ihr dann freundlich erklärt, dass ich das Bein aber so ausstrecken muss, da ich es aufgrund einer Hüftoperation nicht beugen darf, da dadurch sonst etwas brechen könne und dass ich mich nicht aus Frechheit oder Argwohn so “breit” mache. Sie erwiderte darauf nicht wirklich freundlich: “Das glaube ich ihnen aber nicht, dass das Ausstrecken ihres Beines aufgrund medizinischer Gründe der Fall sein muss, es ist eine Unverschämtheit, wie sie sich hier breit machen, die Plätze gehören ihnen nicht allein”!
    Sie gab erst Ruhe, nachdem mein Ex dann auch nochmal was dazu sagte.
    Jedenfalls habe ich dadurch damals die Erfahrung gemacht (eine für mich sehr wertvolle), dass es nicht selbstverständlich ist, dass man normal gehen kann und dass man sehr schnell in eine solche Lage geraten kann, in welcher man körperlich eingeschränkt ist. Habe vieles mehr zu schätzen gelernt!
    LG die Manu

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