Mitdenken, Rücksichtnahme, Freundlichkeit

Sonntag vor einer Woche hatten wir hier in Kassel den Festzug zum 1100 jährigen Stadtjubiläum. Ich habe mir mal den Spaß gemacht und mich als ehrenamtlicher Helfer gemeldet und wurde angenommen.

Während dem Festzug bin ich mit gelaufen und habe an Kreuzungen unter anderem als Sicherungsposten geholfen, aber auch darauf geachtet, das die Zuschauer nicht immer dichter in die Straße rücken und es dann für die Fahrzeuge zu eng wird.

An einer Kreuzung ruft mich mein Leiter ab von der Ecke wo ich war und schickt mich quer über die Kreuzung, weil da ein Kollege überfordert war, was war los, ein Autofahrer meinte mit ihm diskutieren und immer wieder versuchen zu müssen, durch zu fahren.
Auf dem weg zu ihm ruft mir schon ein Polizist, der an anderer Stelle zu tun hatte und nicht weg konnte zu „einfach nicht durchlassen“.

Gesagt getan, da ich bei der Bundeswehr seinerzeit eine gründliche Ausbildung im Wachzug genossen hatte, machte ich dem Autofahrer mit nur drei Sätzen klar, das er zu warten hat, freundlich aber unmissverständlich. Später an anderer Stelle sperrte ich eine Seitenstraße, nachdem sich an der Stelle die wohl im Konzept übersehen worden war, schon jemand mitten in eine Festzug Gruppe mit Kindern gedrängt hatte, auch hier diskutierten mehrere Fahrer mit mir, besonders erschreckend fand ich, das einer davon ein ca. 8-jähriges Kind auf dem Beifahrersitz hatte.

Der Satz: „Ich lasse sie nicht in den Festzug, an dem auch Kinder teilnehmen hineinfahren, das ist zu gefährlich, sie sind doch selbst Vater.“ brachte ihn aber zum Nachdenken und parken am Straßenrand, statt mit dem Posten zu diskutieren, schaute er sich lieber mit seiner Tochter den Festzug an, warum nicht gleich so.

Was ich mich aber frage, warum braucht es überhaupt Sicherungsposten, die Erfahrung darin haben, nicht zu diskutieren sondern ihre Anweisung durchzusetzen? Warum denken die Menschen nicht von sich aus mal nach bevor sie handeln und denken dabei nicht nur an das „ich will“ sondern auch und vor allem darüber nach, was richtig und angemessen ist?

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3 Gedanken zu “Mitdenken, Rücksichtnahme, Freundlichkeit

  1. Vielleicht (auch) weil viele Menschen sich mittlerweile leider daran gewohnt haben dass Andere (oft der Staat oder seine Bediensteten) für sie denken?

    Ein Bisschen, denke ich auch, liegt es in der Natur des Menschen hier und da seine Grenzen auszuloten. Was, im Rahmen, auch seine Vorteile hat. Wenn man immer alles so hinnimmt wie es auf den ersten Blick scheint kommt man schnell in eine Art Zombie-Mindset und sieht den Unterschied zwischen einer sinnvollen und sinnentleerten Regel nicht mehr sondern folgt einfach Blind jedem Leithammel.

    Den Unterschied macht, meiner Meinung nach, die Fähigkeit sich einzugestehen wenn man falsch liegt – so wie der Vater mit seiner Tochter auf dem Beifahrersitz. Und vor Allem zur Kenntnis zu nehmen dass jeder in so einer Situation – seien es jetzt freiwillige Helfer oder die Polizei – auch nur seinen Job macht. Ergo: Freundlich & hilfsbereit bleiben. Zuhören. Hirn benutzen.

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    • Da war der Vater mit seiner kleinen Tochter noch ein echter Lichtblick, die anderen die Diskutiert haben, haben unter leichtem höflichem Zwang, in einem Fall durch Androhung die Polizei dazu zu rufen, gehorcht, der Vater blickte auf einmal sehr nachdenklich drein, ich glaube ER hat wirklich eingesehen das er den Moment auf einem falschen Weg war.

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