Fragen von Morgen, vor ihrer Zeit gestellt.

Heute morgen hatte ich ein interessantes Gespräch mit Kollegen.
Wenn man 4 Technologie affine Programmierer mit Lebenserfahrung in einen Raum steckt, kommt notgedrungen beim kleinsten Stichwort etwas interessantes bei raus.

Heute drehte sich die Frage darum, was wäre denn wenn es intelligente Computer gäbe…und entwickelte sich dahin, das wir die Visionen von Leonardo DaVinci, Jules Verne, Isaac Asimov, Gene Roddenberry, mit der späteren realen Entwicklung verglichen haben.
Sind Science Fiction Autoren „nur Fantasten“ oder ist dem Wort Science im Namen Science Ficton auch die Ehre zu erweisen?
Sind nicht manchmal Science Fiction Autoren auch Visionäre, Propheten einer möglichen Zukunft, Philosophen die Fragen aufwerfen, die sich manchmal erst Jahrzehnte später wirklich stellen?
Ich denke ja, das sind sie, Isaac Asimov zum Beispiel, gehört für mich zu den großen Philosophen des 20. Jahrhunderts.
Sein Gesamtwerk, geschrieben über mehrere Jahrzehnte, spielt in einem einzigen, in sich schlüssigen Handlungsuniversum und wirft, durch seine inneren Verknüpfungen Fragen auf, die teilweise heute, lange nach Asimovs Tod, aktueller sind als je zuvor.
In einem der späteren Werke entdeckt die 1. Foundation die Existenz einer 2. Foundation, der Wächter des 1000 Jahres Plans des Gründers ihrer Gesellschaft, Hari Seldon und obwohl ihre Aufgabe die ist, sicherzustellen das die 1. Foundation nicht untergehen kann, entwickelt diese eine Abneigung dagegen, überwacht und beobachtet, ja vielleicht sogar manipuliert zu werden und entscheidet sich für die Freiheit und gegen die Überwachung durch die 2. Foundation, greift sogar zu Waffen und kriegerischen Mitteln um diese Überwachung loszuwerden.
Erfolgreich wie sie glauben, vergeblich wie der Leser viel später in einem anderen Band erfährt.
Irgendwie erinnert mich dieser Handlungsplott an die Enthüllungen von Edward Snowden, an Prism und Tempora, sowie XKeyScore und wie die Programme der Geheimdienste noch alle heißen.
Wie kann das sein, das ein Schriftsteller vor Jahrzehnten auf seiner mechanischen Schreibmaschine ein Buch geschrieben hat, das genau diese Entwicklung vorhergesehen hat? Woher hat ein Mensch solche Visionskraft, gleichsam in die Zukunft zu blicken und Fragen zu stellen, deren Auslöser noch gar nicht existiert? Obwohl die Technologie die dafür notwendig ist noch gar nicht entwickelt war, nicht mal absehbar war?
Ich denke, es ist in der Natur des Menschen, das er die Fähigkeit hat, über seinen Horizont hinaus zu sehen, letztendlich ist es so seit Anbeginn der Zeit, seit sich der erste Protomensch fragte, ob es hinter dem nächsten Hügel saftigere Früchte gibt.
Bei manchen Menschen ist die Fähigkeit, über die Analyse von Fakten hinaus intuitiv Wahrheiten zu erkennen ausgeprägter, bei anderen weniger ausgeprägt, so wie wir alle verschieden sind.
Wenn einer dieser Menschen viel Fantasie hat, wird er vielleicht Autor, oder Erfinder wenn er die notwendigen wissenschaftlichen Grundlagen hat, oder wenn er ein guter Rhetoriker ist und ein Gefühl dafür hat, wie sich Dinge entwickeln vielleicht Manager oder ein führender Politiker.
So ist also die Fähigkeit zur Voraussicht eine reale und wichtige Fähigkeit von uns Menschen und wir können viel von den Werken derer lernen, die diese Fähigkeiten haben.
Ja, ihre Werke sind gewissermaßen Märchen, aber um es mit den Worten des Intros der deutschen SciFi Serie Raumpatroullie Orion zu sagen, sind sie manchmal (Zitat) „ein Märchen von Übermorgen“
Werden wir in einer Welt von Star Wars, mit einem galaktischen Imperium landen das alles kontrolliert? beim Minority Report, wo Cops Leute wegen Straftaten verhaften, die sie zukünftig begehen werden? oder in einer Welt von Star Trek, in der die Menschheit die Fesseln des Kapitalismus größtenteils hinter sich gelassen hat, Arbeit geleistet wird weil sie geleistet werden muss, Geld nur noch in den weniger entwickelten Randbereichen eine Rolle spielt und die grundsätzliche Absicherung eines jeden Menschen gewährleistet ist, ohne wenn und aber und ohne Stigmatisierung? Auf das sich ein jeder selbst verwirklichen kann, auf die eine oder die andere Art und Weise?
Werden wir zuerst Überlicht schnelle Raumfahrt erfinden, intelligente Computer oder Aliens entdecken? oder sie uns? Werden sie friedlich sein wie die Vulkanier die Zephram Cochrane nach seinem Warpflug traf, oder wird es wie bei Independance Day ein Desaster?
Und wenn es intelligente Computer gäbe, was wäre das erste was sie machen wenn sie erkennen was wir teilweise für Unsinn machen?
Werden sie uns gehorchen, dienen, oder sich sagen: „Beim hüpfenden Elektron, was machen die für einen Mist“ und werden sie uns dann „an die Hand nehmen“ und lenken, oder gleich bei Seite zu schaffen versuchen wie es Skynet in den Terminatorfilmen versucht?
Fragen über Fragen die die zeitgenössische Science Fiction da aufwirft, Antworten gibt es keine, oder viele unterschiedliche die alle sein können, weil noch sind es die Fragen von Übermorgen und wir sind es, die daran bauen, das sie eines Tages die Fragen von heute sein werden.
Wir sind es auch, die letztendlich dann die Grundlagen geschaffen haben müssen, damit sie dann beantwortet werden können wenn ihre Zeit gekommen ist.

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2 Gedanken zu “Fragen von Morgen, vor ihrer Zeit gestellt.

  1. Einstein wird die Bemerkung zugeschrieben, dass zwei Dinge unendlich sind. Das Universum und die Intelligenz der Menschen. Er soll allerdings angemerkt haben,dass er sich bei der Intelligenz nicht wirklich sicher ist.

    Von dieser Intelligenz wird es aber abhängen ob oder welches der von den Autoren skizzierten Szenarien irgendwann einmal eintrifft.

    Solange Menschen bei Wahlen aber immernoch so wählen, dass möglichst sicher ist am Ende bei den Gewinnern zu sein oder nicht wählen weil sie glauben nichts ändern zu können. Solange habe ich keine allzu große Hoffnung, dass eines der angenehmeren Szenarien zum Zuge kommt.

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    • Michael, ich hab gerade nochmal im Netz recherchiert, leider hast du das Zitat verdreht, anzumerken ist jedoch, das in der richtigen abfolge Einsteins Aussage ebenso relevant ist:

      „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
      Albert Einstein

      Nun ja, mit der Unsicherheit bezüglich des Universums hatte er jedenfalls recht, was das auf das Verhalten der Menschen bei Wahlen bezogen heißt, möge jeder für sich überdenken und dann für sich selbst eventuell den Gegenbeweis antreten.

      Es gibt die These der Schwarmintelligenz, wenn nur genug Menschen zusammenkommen, so kommt am Ende schon das richtige bei raus.
      Nun ja, Schwarmintelligenz und kollektiver Wahnsinn liegen leider sehr dicht beieinander, für beides habe ich schon Beispiele erlebt.

      Von daher unterstelle ich niemandem individuelle Dummheit, schon gar nicht den Lesern dieses Blogs, allerdings gibt es bei Wahlen keine Gewinner, zumindest nicht unter den Wählern, auch gibt es erstmal kein prinzipielles Richtig und falsch bei der Wahl, außer nicht zu wählen, das ist immer falsch.
      Hingehen, wählen, gute Sache das.
      Sich vorher informieren, was bzw wen man da wählt, wofür die stehen, wissen wie die Zusammenhänge im Parlament sind und so wählen das man die Chancen für das was man gerne hätte verstärkt und nicht aus Unwissenheit torpediert …. Perfekt.

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